Schwellenländer-Fonds: BRICS & die neue Weltordnung
Chancen in den BRICS-Staaten und aufstrebenden Märkten.
Schlüsselwörter: schwellenländer, BRICS, emerging markets
Die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – und ihre wachsende Allianz aus über 10 Partnerländern repräsentieren eine fundamentale Verschiebung der globalen Wirtschaftsordnung. Während westliche Volkswirtschaften mit moderatem Wachstum, Überalterung und hoher Verschuldung kämpfen, bieten Schwellenländer dynamisches Wachstum, junge Bevölkerungen und steigende Kaufkraft. Für Anleger eröffnen sich hier Chancen, die in den Industrieländern kaum noch zu finden sind.
Die neue Weltordnung: Warum BRICS+ wichtiger wird
Die BRICS+-Allianz hat sich in den letzten Jahren von einem losen Wirtschaftsforum zu einer einflussreichen geopolitischen Kraft entwickelt. Die Erweiterung um Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien und Ägypten unterstreicht den wachsenden Einfluss. Die Zahlen sprechen für sich: Die BRICS+-Staaten repräsentieren zusammen über 45% der Weltbevölkerung, rund 36% des globalen BIP (kaufkraftbereinigt sogar noch mehr) und kontrollieren einen Großteil der weltweiten Rohstoffvorkommen. Die Gruppe arbeitet aktiv an Alternativen zum US-Dollar-dominierten Finanzsystem und baut eigene Handelsstrukturen auf. Für Anleger bedeutet das: Wer sein Portfolio ausschließlich auf Europa und die USA konzentriert, ignoriert den dynamischsten Teil der Weltwirtschaft.
Indien: Der neue Wachstumsmotor
Indien hat China als bevölkerungsreichstes Land der Welt abgelöst und verzeichnet das höchste Wirtschaftswachstum unter den großen Volkswirtschaften. Mit über 1,4 Milliarden Einwohnern, einer jungen Bevölkerung (Durchschnittsalter 28 Jahre) und einer wachsenden Mittelschicht bietet das Land enormes Potenzial. Die Regierung unter Premierminister Modi treibt die Digitalisierung und Industrialisierung voran. Programme wie "Make in India" sollen die Produktion stärken und ausländische Investitionen anziehen. Die indische Börse (BSE Sensex) hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Performance gezeigt. Indien-Fonds bieten Zugang zu diesem Wachstumsmarkt, wobei die hohen Bewertungen einiger indischer Aktien auch Vorsicht erfordern.
China: Herausforderung und Chance
China befindet sich in einer Phase des wirtschaftlichen Umbaus. Die Immobilienkrise, demografische Herausforderungen und geopolitische Spannungen haben die Aktienkurse gedrückt. Doch genau hier könnte die Chance liegen. Chinesische Aktien und Fonds handeln derzeit zu historisch niedrigen Bewertungen. Gleichzeitig ist China Weltmarktführer in Schlüsseltechnologien: Elektromobilität (BYD, NIO), Solarenergie (Longi, JA Solar), Batterietechnologie (CATL) und zunehmend auch in Künstlicher Intelligenz. Für langfristige Anleger könnte der aktuelle Bewertungsabschlag eine attraktive Einstiegsgelegenheit darstellen – vorausgesetzt, man akzeptiert die politischen und regulatorischen Risiken.
Wie investiert man in Schwellenländer?
Es gibt verschiedene Wege, in Schwellenländer zu investieren: Breite Emerging-Markets-Fonds: Der MSCI Emerging Markets Index umfasst über 1.400 Unternehmen aus 24 Schwellenländern. ETFs und aktive Fonds auf diesen Index bieten eine breite Streuung. Länder-spezifische Fonds: Fonds, die sich auf ein einzelnes Land konzentrieren (z.B. Indien-Fonds, China-Fonds), bieten höhere Renditechancen, aber auch höhere Risiken. Regional-Fonds: BRICS-Fonds oder Asien-Pazifik-Fonds bieten eine mittlere Diversifikation zwischen breiten EM-Fonds und Länderfonds. Frontier Markets: Für risikofreudigere Anleger gibt es Fonds, die in noch kleinere Schwellenländer investieren – mit höherem Risiko, aber auch potenziell höheren Renditen. In unserem Masterportfolio setzen wir auf eine Kombination aus breiten Schwellenländer-Fonds und gezielten Länderpositionen, wobei BRICS+-Staaten den Schwerpunkt bilden.
Fragen zu Schwellenländer-Fonds und BRICS+
- Wie hoch sollte der Schwellenländer-Anteil im Portfolio sein?
- Als Faustregel empfehlen wir 20–30 % des Aktienanteils in Schwellenländern. Bei einem globalen ETF-Portfolio ist dieser Anteil durch den MSCI ACWI (ca. 12 % Schwellenländer) automatisch konservativ eingebaut. Wer gezielt auf das höhere Wachstumspotenzial von BRICS+ setzen möchte, kann den Anteil durch separate EM-Fonds oder Länderfonds erhöhen – sollte aber das höhere Risiko einplanen.
- Wie unterscheiden sich breite EM-ETFs von BRICS+-Fonds?
- Breite EM-ETFs (z. B. auf den MSCI Emerging Markets Index) bilden 24 Schwellenländer ab – mit China als größtem Einzelland (ca. 25–30 %). BRICS+-Fonds konzentrieren sich gezielt auf die wachstumsstärksten Schwellenländer der neuen Allianz, oft mit aktivem Management und dynamischer Ländergewichtung. Breite ETFs sind günstiger und diversifizierter; BRICS+-Fonds bieten fokussiertere Wachstumschancen bei höherem Risiko.
- Wie schütze ich mich vor dem Währungsrisiko bei Schwellenländer-Investments?
- Vollständige Absicherung ist kostspielig (0,5–1,5 % p.a. Hedging-Kosten) und für langfristige Anleger meist nicht empfehlenswert – die Währungsrisiken mitteln sich über lange Zeiträume aus. Besser: Breite Streuung über viele Währungen, kein Klumpenrisiko bei einer einzelnen Währung, und Investition nur mit Kapital, das Sie mindestens 10 Jahre nicht benötigen. Dann ist das Währungsrisiko ein akzeptierbarer Teil der Renditeerwartung.
Risiken und wie man sie managt
Investitionen in Schwellenländer sind mit spezifischen Risiken verbunden: Währungsrisiko: Schwellenländerwährungen können stark schwanken. Manche Fonds sichern dieses Risiko ab (hedged), was aber zusätzliche Kosten verursacht. Politisches Risiko: Regierungswechsel, Regulierungsänderungen oder geopolitische Konflikte können sich kurzfristig stark auf die Märkte auswirken. Liquiditätsrisiko: In manchen Märkten ist der Handel mit Wertpapieren weniger liquide als in entwickelten Märkten. Transparenzrisiko: Die Offenlegungspflichten und Corporate-Governance-Standards sind in vielen Schwellenländern noch nicht auf westlichem Niveau. Unsere Empfehlung: Schwellenländer-Investments sollten immer als Teil eines diversifizierten Portfolios betrachtet werden, nicht als Einzelwette. Eine Beimischung von 20-40% in Schwellenländer kann die Gesamtrendite eines Portfolios verbessern und gleichzeitig die Diversifikation erhöhen.